PRE-REVIEW: SLIPKNOT – .5: THE GRAY CHAPTER

Nach dem Tod des ehemaligen Bassisten Paul Gray in 2010 ist es eher ruhig um die 9 köpfige Band aus Des Moines (Iowa) geworden. Als Ende 2013 Joey Jordison, ebenso ein Gründungsmitglied wie Paul Gray, die Band verließ, war die Zukunft der amerikanischen Band ungewiss.

Nun sind allerdings zwei neue Songs “The Negative One” und „The Devil In I“ des am 21. Oktober 2014 erscheinenden Album’s .5: THE GRAY CHAPTER veröffentlicht worden.

„The Negative One“ beginnt mit einem altbekannten aber brachialen Sound, der einen unweigerlich an den Sound der alten Alben „Slipknot“ und „Iowa“ erinnert. Die Brutalität des Debüt- und des Folgealbums lässt sich zwar nur schwer nachahmen, fairerweise muss man allerdings sagen, dass „The Negative One“ seinen vielen Vorgänger-Tracks nahezu ebenbürtig ist. Stellenweise erinnert es sogar an das grandiose „Spit It Out“ des Debüt-Albums und bietet Sid Wilson an den Plattenspielern einigen Spielraum. Die eigentlich durch Joey Jordison so prägnant verwendete Double-Bass scheint der neue Drummer ebenso zu beherrschen. Der Bass, den der verstorbene Paul Gray mit Leichtigkeit krachen ließ, lässt auch in der neuen Besetzung kaum zu Wünschen übrig.

Der zweite veröffentlichte Song heißt “The Devil In I”. Der Song erinnert von der Tonlage her stark an Balladen von VOL.3 THE SUBLIMINAL VERSES und ALL HOPE IS GONE oder auch an den Chorus von “Dead Memories”. Fans der härteren Sounds kommen hier nicht ganz auf ihre Kosten. Hier und da blitzt die alte Härte dennoch auf. Gesangstechnisch ist Corey Taylor allerdings mal wieder grandios unterwegs.

Als Slipknot-Fan der ersten Stunde interessiert mich natürlich jede musikalische Weiterentwicklung der Band. Corey Taylor’s Stimme bietet Variationen, die kaum ein Sänger im Metal abliefern kann. Die permanente Verwendung von Clear-Vocals erinnert jedoch sehr an Corey’s andere Band “Stone Sour”, bei der er sich erstmalig verstärkt an Klargesang und Balladen versucht hat. Im Zuge der persönlichen Weiterentwicklung verändert sich zwangsweise auch die Musik und die individuelle Ausdrucksform eines Musikers. Corey Taylor hatte in seinen 20ern mit Aggression und starken Alkohol- und Drogenproblemen zu kämpfen. Dies hat sich in der Brutalität der alten Lieder widergespiegelt. Inzwischen ist er Vater, lebt ohne Betäubungsmittel und versucht die harten Jahre hinter sich zu lassen. Es ist also kein Wunder, dass eine persönliche Veränderung unweigerlich zu einer musikalischen Veränderung führt.

Kurzum: “The Negative One” lässt hoffen, “The Devil In I” enttäuscht etwas. Sollte .5: THE GRAY CHAPTER ein Mix aus beiden Klangrichtungen sein, ist das Album ein solider Nachfolger für ALL HOPE IS GONE.

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